CIP-Anlagen | CIP-Verfahren

„CIP“ (Cleaning in Place) bezeichnet die „vor-Ort-Reinigung“ bzw. ortsgebundene Reinigung von geschlossenen Systemen, wie beispielsweise verfahrenstechnische Anlagen, Produktionsanlagen und Rohrleitungen, ohne diese zerlegen zu müssen. Das Reinigungsverfahren kommt vor allem in Branchen mit hohen Hygieneanforderungen, wie der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie, zum Einsatz, um die optimalen Produktionsbedingungen nach einem Produktionslauf wieder herzustellen. Hierfür verwendet es mechanische und chemische Prozesse, um alle Produkt berührenden Flächen zu reinigen.

 

Die Tanks, Maschinen, Kessel, Gefäße, Rohrleitungen etc. werden je nach Anforderung mit Reinigungsmitteln, Laugen, Säure, Hitze und Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert. Ist eine zusätzliche Sterilisierung der Anlage notwendig, kommt das SIP-Verfahren zum Einsatz.

 

Welche Bestandteile hat das CIP-System?

Das CIP-System besteht aus drei Komponenten:

  1. der zu reinigenden Produktionsanlage (unterteilt in Reinigungskreisläufe)
  2. der CIP-Anlage mit Reinigungsmitteln und Anwendungsbedienungen
  3. dem Reinigungsprogramm

 

Wie ist eine CIP-Anlage aufgebaut?

Eine CIP-Anlage hat verschiedene Bestandteile. Im Einzelnen sind das:

  • Lagertanks für Reinigungsmittel-Konzentrate und Gebrauchslösungen
  • Frischwassertanks
  • Erhitzungseinrichtungen
  • Fördereinrichtungen, jeweils für die Druck- und Rückführungsseite
  • Neutralisierungsanlage
  • Mess- und Dosiertechnik
Auf dem Bild ist die Visualisierung einer CIP-Anlage in der Prozesstechniksoftware minglecontrol zu sehen. Dabei werden alle einzelnen Komponenten des CIP-Systems deutlich dargestellt.

Wie läuft das CIP-Verfahren ab?

Das CIP-Verfahren besteht klassischerweise aus 7 Schritten, die je nach Einsatzgebiet aber auch variieren können:

  1. Vorspülen zur Entfernung von Rückständen und Verschmutzungen
  2. Reinigung mit Lauge (Reinigungsmittel)
  3. Ausspülen des Reinigungsmittels mit Wasser
  4. Reinigung mit Säure zur Entfernung von Kalkablagerungen und Laugenstein
  5. Ausspülen der Säure mit Wasser
  6. Desinfizieren durch den Einsatz von Desinfektionsmittel, um Mikroorganismen abzutöten
  7. Ausspülen des Desinfektionsmittels mit Wasser
Zu sehen sind die 7 Reinigungsschritte, die während des CIP-Verfahrens angewendet werden. Hierzu gehört das Vorspülen, zwei Reinigungsschritte, Desinfizieren und drei Mal Ausspülen.

Wie kann die Effektivität des CIP-Reinigungsprozesses gesteigert werden?

Wie gut das Endergebnis der CIP-Reinigung ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der Art der Verschmutzung und der Beschaffenheit der Produkt berührenden Oberflächen spielen auch folgende Aspekte eine wichtige Rolle:

  • Strömungsarme Zonen
  • Ecken, Kanten und Dichtungen
  • gewähltes Reinigungsmittel
  • Konstruktion der zu reinigenden Anlage bzw. des Anlagenbereichs

 

Welche Vorteile hat das CIP-Verfahren?

Das CIP-Verfahren ist meist ein voll automatisierter Prozess, der perfekt auf die Produktion abgestimmt ist. Zudem kann damit eine gleichbleibend hohe, reproduzierbare Reinigungsqualität mit minimalem Zeit- und Ressourceneinsatz erreicht werden kann. Je nach Anlagen können die Reinigungsmittel im Kreislauf gepumpt und somit wiederverwendet werden, wodurch der Verbrauch und Abfall minimiert und die Umwelt geschont wird. Weitere Vorteile gegenüber einer manuellen oder individuell gesteuerten Reinigung sind die Reduktion der Reinigungszeit, der Energie- und Reinigungskosten sowie die Protokollierung und Messbarkeit.